Kategorie: Blog

  • Wenn man schon auf die Nase fällt,

    dann wenigstens mit Leidenschaft.

    Und auf dem Boden liegend ergeben sich oft tolle neue Perspektiven.

  • Die letzte Seite. Geschrieben.

    Gänsehaut. Leere. Stolz. Alles auf einmal.

    Leere – weil da die Frage im Raum stand: Und jetzt?

    Und dann fiel es mir wieder ein: Lesungen und PR vorbereiten. Buchhandlungen ansprechen.

    Ich habe mich entschieden, den Weg selbst zu gehen.

    Kein Verlag. Kein Warten. Ich mache es im Selfpublishing – über BoD.

    Mit allem, was dazugehört. „Raum für Männergefühle“ wird dann überall dort erhältlich sein, wo es Bücher gibt: als Print- sowie als E-Book Version.

    Heute kann ich sagen:

    Lektorat & Korrektorat sind abgeschlossen –

    ein riesiges Dankeschön an Dr. Pia Daniela Schmücker (Universität Ulm) und an Antonia Petschat für jeden einzelnen Moment. Ich freue mich auf unser gemeinsames Bier! 🍻

    Das finale Layout steht.

    Jetzt geht es in den Probedruck.

  • Mein erstes Mal – vor Publikum über mein Buch sprechen.

    Mein erstes Mal – vor Publikum über mein Buch sprechen.

    Im Rahmen der European Harmony Academy, meiner Fortbildung zum Stimmbildner/VocalCoach, habe ich bei der Open Stage zum ersten Mal vor Publikum über mein Buch gesprochen.
    Fünf Minuten.
    Ein sehr persönliches Thema.
    Und ja – ich war aufgeregt wie noch nie.

    Unsicherheiten währenddessen?
    Oh ja.
    Passt dieses Thema hier überhaupt rein?
    Rede ich zu schnell? Oder zu langsam?
    Sollte ich mal ins Publikum schauen, statt ständig vom Handy abzulesen?
    Wie stehe ich eigentlich?
    Und: Omg, ich zittere so sehr, das sieht man bis nach Borkum.

    Ich hatte meinen Beitrag unter der Überschrift „Free Hugs“ angekündigt.
    Am Ende gab es langen Applaus – und eine echte Umarmung unter Männern.
    Ein Moment, der mich tief berührt hat.

    In den Tagen danach entstanden viele Gespräche – oft mit Menschen, zu denen ich vorher gar nicht so viel Kontakt hatte. Beim Essen, abends am Tisch, zwischendurch in Pausen.
    Das Feedback war ermutigend, herzlich, und hat mir gezeigt: Sich zu zeigen, echt zu sein – das wirkt.

    Mein Buch ist noch nicht einmal erschienen.
    Und trotzdem merke ich jetzt schon:
    Es fängt an, etwas zu bewegen.
    Und ich liebe es, wie befreiend und verbindend Offenheit sein kann.

    Foto: Clay Monson

  • Gefühle zeigen ist kein Risiko – sondern Rettung.

    Aber das muss ich selbst noch lernen.

    Ich merke, wie gut es mir tut, wenn ich ehrlich bin mit dem, was in mir wirklich los ist.

    Nicht laut, nicht überall – sondern bei der richtigen Person.

    Aber es braucht Mut, herauszulassen, was lange festsaß.

    Ich übe.

    Langsam.

    Und manchmal wird aus Zittern Nähe.

    Und aus Stille Verbindung.

  • Heute in der Spielstraße

    Ich gehe zu Fuß, ein SUV kommt mir deutlich zu schnell
    entgegen. Ich mache eine ruhige Geste mit der Hand: „Bitte langsamer.“
    Er bremst, reißt die Tür auf, brüllt mich an, zeigt auf den
    Boden, sagt, ich hätte „auf der Straße nichts verloren“ – und
    nennt mich Arschloch.

    Ich sage ruhig (obwohl mein Herz rast): Das ist eine
    verkehrsberuhigte Zone. Fußgänger haben Vorrang.
    Schrittgeschwindigkeit.
    Er fährt wutentbrannt weiter.

    Ich hab’ sein Kennzeichen leider nicht komplett behalten –
    aber was hängen bleibt, ist dieser geballte Frust, diese
    plötzliche Aggression, dieser blanke Hass.

    Und ich frage mich:
    Wann hat dieser Mann das letzte Mal geweint?
    Wer hat ihn zuletzt umarmt – wirklich, liebevoll, ehrlich?
    Wer hat ihm beigebracht, dass Wut keine Lösung ist und
    andere kleinzumachen, kein Zeichen von Stärke?

    Vielleicht hätte ihm jemand früher beibringen sollen, wie man
    über Gefühle spricht. Vielleicht hätte ein Vater, der nicht
    selbst emotional abstumpfen musste, ihm zeigen können, dass
    Verletzlichkeit kein Makel ist.

    Aber das ist das, was das Patriarchat oft hinterlässt:
    Männer, die nie gelernt haben, anders mit Schmerz
    umzugehen als mit Lautstärke.

    Und nein – das lasse ich mir nicht gefallen.

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