…und warum wir Angst vor Nähe
zu anderen Männern haben.
Zwei Seiten derselben Prägung.
Ich hab mich oft gefragt, warum ich mich manchmal so schnell „verliebe“ – obwohl es vielleicht gar keine Liebe war.
Und warum ich bisher fast nie auf die Idee gekommen bin, mit einem Mann über meine Gefühle zu sprechen.
Was wäre, wenn beides mit demselben Problem zu tun hat?
Dass wir Männer nicht gelernt haben, mit unseren Emotionen umzugehen –
und deshalb alles, was sich nach Nähe anfühlt, entweder romantisieren oder vermeiden.
Wir Männer haben oft das Gefühl:
„Endlich kann ich
über meine Gefühle sprechen –
dann muss es Liebe sein.“
Und das passiert schnell.
Zu schnell.
Mit zu viel Intensität.
Und zu viel Projektion.
Warum ist das so?
Weil wir von klein auf gelernt haben:
Gefühle zeigen = Schwäche.
Also halten wir alles zurück.
Bis plötzlich eine Frau zuhört.
Und dann…
💥 explodiert alles.
Was wir dabei verwechseln:
Herzklopfen ≠ Verliebtsein
Lebendigkeit ≠ Liebe
Endlich verstanden werden
≠
Romantische Verbindung
Es ist einfach (vielleicht das erste Mal),
dass wir frei fühlen dürfen.
Und jetzt der zweite Punkt:
Warum fällt uns das so schwer
mit anderen Männern?
Weil emotionale Nähe
unter Männern immer sexualisiert wird.
→ Von außen.
→ Und leider auch
in unseren eigenen Köpfen.
Stell dir vor:
Du redest mit einem Mann
über deine Ängste,
über Sehnsüchte.
Ihr umarmt euch.
Sitzt nah beieinander.
Und plötzlich meldet sich der Gedanke:
„Hoffentlich denkt niemand,
wir wären schwul.“
„Ist das jetzt komisch?“
Diese Angst entsteht nicht aus Homophobie.
Sondern aus etwas Tieferem:
Wir Männer kennen kaum Nähe
ohne sexuelle Zuschreibung.
Wir kennen Nähe
(fast) nur in Liebesbeziehungen.
Das hat Konsequenzen:
✔ Nähe zur Frau = überhöht
✔ Nähe zum Mann = gemieden
✘ Wahre Freundschaft = schwierig
Weil wir nie gelernt haben,
dass Nähe einfach Nähe sein darf.
Ohne Drama.
Ohne Verdacht.
Ohne Hintergedanken.
Was würde passieren,
wenn wir mehr emotionale Nähe
unter Männern zulassen würden –
ohne Angst, ohne Etikett, ohne Scham?
Was würde passieren,
wenn wir lernen,
einfach fühlend da zu sein?