Monat: September 2025

  • Poetry Slam Kempten

    Poetry Slam Kempten

    Am 18.11. war ich auf der Bühne bei meinem ersten Poetry Slam – im KQA – Kulturquartier Allgäuhalle – organisiert vom Allgäu Slam e.V.

    Es war ein wunderbarer Abend in einer echt tollen Location – und das Publikum war super aufgeschlossen.

    Ich – war so aufgeregt wie nie. Das ging schon über eine Stunde vor dem Auftritt los. Und ich stehe nicht das erste Mal auf einer Bühne. Aber ansonsten eben mit Mikro beim Karaoke, mit Gitarre, mit Band, mit einem ganzen Chor … Diesmal sprach ich alleine über mein superpersönliches Thema. Ich habe sozusagen emotional blankgezogen auf der Bühne.

    Die erste Hälfte – ganze drei Minuten – war super. Dann fühlte ich mich nicht mehr so richtig wohl mit dem, was ich da tat. Natürlich habe ich es durchgezogen. Aber irgendetwas stimmte nicht.

    Im Nachhinein habe ich gemerkt: In dem Moment, als der innere Schwank begann, hätte ich am liebsten etwas Lustiges gemacht. Vielleicht ein wenig aus Schutz. Vor allem aber, weil ich mich seit Monaten so intensiv mit dem Buchthema beschäftige, dass ich dringend etwas Leichtes benötige. Einen Flachwitz. Etwas zum Lachen. Denn auch wenn ich tiefe Gespräche über Gefühle und Gesellschaft sehr mag, so benötige ich auch den Ausgleich. Egal, ob dann jemand über den Flachwitz lacht oder nicht.

    Ich habe für mich entschieden: Das nächste Mal, wenn ich in so einer Situation bin, werde ich das einfach ganz offen kommunizieren.

    Und dann meinen Liebes-Rap über den Knoblauch vortragen – ein Song, der ohnehin in der Warteschlange zur Veröffentlichung steht. Die Studioproduktion ist bereits seit über einem Jahr abgeschlossen.

    Vielleicht fällt mir in dem Moment auch etwas anderes ein. Über eine fehlende Socke in der Waschmaschine oder so. Wir werden sehen, was passiert.

    Letztendlich ist mein Learning aus dieser Situation und aus der derzeitigen Phase:

    Auch wenn du dich sehr intensiv mit einem deepen Thema beschäftigst, alles dafür gibst, deine gesamte Leidenschaft dich dazu antreibt – dann ist es ebenso absolut in Ordnung und menschlich, vollkommen aus der Rolle zu fallen.

    Eine Rolle, die es nämlich gar nicht gibt.

    Die nur in meinem Kopf existiert.

    Die mir niemand aufgezwungen hat.

    „Du kannst doch jetzt nicht einfach einen Flachwitz reißen bei diesem Thema.“

    Doch. Kann ich sehr wohl, lieber Gedanke.

    Ist das gerade eine innere Rebellion mit meinen Gedanken?

    Ja.

    Fühlt sich das gut an?

    Oh ja.

  • Cover Reveal

    Cover Reveal

    Das ist das Cover von Raum für Männergefühle.

    Ein persönliches, essayistisches Sachbuch im literarischen Stil über Sprache, Nähe und das, was wir oft verschweigen.

    📙Ab 28.10.25 im Handel – als Taschenbuch überall, und als eBook zuerst exklusiv bei Kindle

    Monatelang habe ich gefeilt – Schriftarten ausprobiert, Farben verändert, bis zuletzt hin- und hergeschoben.

    Besonders daran: Das Foto ist ein Selbstporträt. Entstanden 2022 in meinem ehemaligen Zimmer, in einem Prozess, der fast 12 Stunden gedauert hat. Später wurde es mit dem Jurypreis der Ulmer Volkshochschule ausgezeichnet. Dass dieses Bild jetzt das Gesicht meines Buches ist, macht mich stolz.

    Ich hoffe, es spricht euch genauso an wie mich.

    Danke, dass ihr mich auf diesem Weg begleitet. 🖤

  • Was Singen mit Männergefühlen zu tun hat

    Ein Vergleich, der vielleicht verständlich macht, warum manche Männer (noch) nicht singen.

    Oder reden. Oder fühlen.

    Obwohl sie es wollen.

    Ich bin mit Musik aufgewachsen.
    Mein Vater saß am Klavier, ich stand daneben und sollte den Ton treffen. Immer wieder.

    Bis ich ihn fand.

    Ich habe gelernt zu hören. Zu singen. Instrumente zu spielen. Auf Bühnen zu stehen.

    Für mich ist das:

    normal.

    Jetzt stell dir jemanden vor, der noch nie gesungen hat. Der beim ersten Ton unsicher ist, schief klingt und sich schämt.

    So geht es vielen Männern mit ihren Gefühlen.

    Sie hatten nie eine Bühne dafür.
    Keine Anleitung.
    Keinen Ton, den sie treffen durften.

    Und wenn wir ihnen dann sagen:
    „Rede doch mal über deine Gefühle!“

    …ist das,

    als würde ich jemandem nach einer Stunde Gesangsunterricht auf die Opernbühne drängen.

    Die Erwartung ist verständlich.
    Vor allem aus weiblicher Sicht.

    Aber die Überforderung ist real.

    Nicht, weil Männer dumm sind.

    Sondern, weil sie’s nie gelernt haben.

    Was sie brauchen, sind Räume – in denen niemand ruft:
    „Jetzt sing doch mal!“

    Sondern einer sagt:
    „Ich bin hier. Wenn du so weit bist.“

    Nicht jeder kann sofort singen.
    Oder fühlen.

    Aber viele würden gern.
    Wenn sie wüssten, wie.
    Wenn jemand bleibt.
    Und nicht drängt.

  • Scheinbar

    Scheinbar

    Gestern durfte ich in der Scheinbar Varieté Berlin bei der OpenStage über mein Buchthema „Raum für Männergefühle“ sprechen.

    Danke an das Publikum für echte Aufmerksamkeit und Applaus – gerade bei so einem tiefen Thema an einem sonst eher satirisch-lustigen OpenStage-Abend.

    Es hat mich berührt zu sehen, wie viel Resonanz da war. ❤️

    Das Buch erscheint diesen Herbst.

  • Wenn man schon auf die Nase fällt,

    dann wenigstens mit Leidenschaft.

    Und auf dem Boden liegend ergeben sich oft tolle neue Perspektiven.

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