Am 18.11. war ich auf der Bühne bei meinem ersten Poetry Slam – im KQA – Kulturquartier Allgäuhalle – organisiert vom Allgäu Slam e.V.
Es war ein wunderbarer Abend in einer echt tollen Location – und das Publikum war super aufgeschlossen.
Ich – war so aufgeregt wie nie. Das ging schon über eine Stunde vor dem Auftritt los. Und ich stehe nicht das erste Mal auf einer Bühne. Aber ansonsten eben mit Mikro beim Karaoke, mit Gitarre, mit Band, mit einem ganzen Chor … Diesmal sprach ich alleine über mein superpersönliches Thema. Ich habe sozusagen emotional blankgezogen auf der Bühne.
Die erste Hälfte – ganze drei Minuten – war super. Dann fühlte ich mich nicht mehr so richtig wohl mit dem, was ich da tat. Natürlich habe ich es durchgezogen. Aber irgendetwas stimmte nicht.
Im Nachhinein habe ich gemerkt: In dem Moment, als der innere Schwank begann, hätte ich am liebsten etwas Lustiges gemacht. Vielleicht ein wenig aus Schutz. Vor allem aber, weil ich mich seit Monaten so intensiv mit dem Buchthema beschäftige, dass ich dringend etwas Leichtes benötige. Einen Flachwitz. Etwas zum Lachen. Denn auch wenn ich tiefe Gespräche über Gefühle und Gesellschaft sehr mag, so benötige ich auch den Ausgleich. Egal, ob dann jemand über den Flachwitz lacht oder nicht.
Ich habe für mich entschieden: Das nächste Mal, wenn ich in so einer Situation bin, werde ich das einfach ganz offen kommunizieren.
Und dann meinen Liebes-Rap über den Knoblauch vortragen – ein Song, der ohnehin in der Warteschlange zur Veröffentlichung steht. Die Studioproduktion ist bereits seit über einem Jahr abgeschlossen.
Vielleicht fällt mir in dem Moment auch etwas anderes ein. Über eine fehlende Socke in der Waschmaschine oder so. Wir werden sehen, was passiert.
Letztendlich ist mein Learning aus dieser Situation und aus der derzeitigen Phase:
Auch wenn du dich sehr intensiv mit einem deepen Thema beschäftigst, alles dafür gibst, deine gesamte Leidenschaft dich dazu antreibt – dann ist es ebenso absolut in Ordnung und menschlich, vollkommen aus der Rolle zu fallen.
Eine Rolle, die es nämlich gar nicht gibt.
Die nur in meinem Kopf existiert.
Die mir niemand aufgezwungen hat.
„Du kannst doch jetzt nicht einfach einen Flachwitz reißen bei diesem Thema.“
Doch. Kann ich sehr wohl, lieber Gedanke.
Ist das gerade eine innere Rebellion mit meinen Gedanken?
Ja.
Fühlt sich das gut an?
Oh ja.


