Monat: Juni 2025

  • Auf meinem vierten Jakobsweg

    Es waren die Gespräche.
    Die Begegnungen.
    Die ganz kleinen Szenen.
    Immer wieder ploppte es auf:
    Das Thema, das sich an meinem Schreibtisch in ein Buch verwandelt.
    Wie gehen Männer mit Gefühlen um – oder eben nicht?

    Und jedes Mal war da dieses Gefühl:
    Genau darum schreibe ich dieses Buch.
    Weil da jemand nicht fühlen konnte.
    Nicht reden. Nicht halten.

    Ein Typ rastet mitten auf dem Weg aus – und ich denke:
    Vielleicht hat ihm nie jemand gezeigt, was Wut eigentlich
    sagen will.
    Ein anderer erzählt in der Herberge von Verlust – und ich sehe:
    Er will halten, aber kann es nicht.
    Eine Frau erzählt von ihrem schweigenden Mann – und ich
    spüre: Da ist so viel, aber kein Ventil, kein Ausdruck.

    Mit jeder Begegnung wurde es klarer:
    Dieses Thema taucht fast überall auf.
    Und es ist viel größer, als ich geahnt hatte.

    Und dann dieser Gedanke, der immer wiederkommt:
    Dieses Buch, das gerade entsteht – es ist so unfassbar
    wichtig.

    Nicht, weil ich was loswerden will.
    Sondern weil ich etwas teilen muss.
    Weil ich will, dass sich was verändert.
    Weil ich glaube:
    Gefühle zeigen ist kein Risiko – sondern Rettung.

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